Der Imker 

Mein erstes Bienvolk, 1965

Mit 11 Jahren hatte ich beschlossen, im elterlichen Garten einen selbstgebauten Starkasten aufzuhängen. Was ich damals nicht ahnte war, dass das mein erster Bienenkasten werden sollte. Ich kann mich noch genau erinnern, wie der Bienenschwarm in seine neue Star-Kasten-Behausung einzog. Wenn Bienen schwärmen ist es immer ein bleibend eindrucksvolles und magisches Schauspiel. An diesem Tag wurde mir nicht nur einen Bienen-

schwarm, sondern auch ein edles und zugleich faszinierendes Hobby geschenkt, das mein ganzes Leben beeinflussen und begleiten sollte.

 

Von meinem Großvater habe ich dann eine alte Bienenbeute, 2 Kuntzsch-Zangen, sein Wissen und seine Erfahrung bekommen. Rückblickend war es die schönste Zeit, die ein Enkel mit seine Großvater verbrachte. Noch heute sehe ich in Oma's Küche die frisch abgefüllten Honiggläser, die sie dann die 'Goldbarren der Sonne' nannte. Liebe Großeltern - ich danke Euch noch heute dafür!  

 

Es ist schon Magie, die mich seither umgibt. Ich war in einem Frühjahr dem Bienensterben erlegen und hatte alle meine Bienen verloren. Es dauerte nicht lange, da hatte mir meine Vorsehung oder der Herrgott (da bin ich mir noch nicht sicher) wieder einen Bienenschwarm geschickt. Zwar zunächst noch zu meinem Nachbarn, der aber sichtlich froh war, als ich dann mit dem Schwarm über dem Zaun in meinem Bienenhaus verschwand. Diese Unschärfe aus dem Universum lasse ich mal gelten. 

 

Imker im Ruhestand

Seit jenen Kindheitstagen fing ich an,  alles was mir an apitistischer Literatur zugänglich war, zu lesen. Wie jeder Anfänger, war ich den unterschiedlichen Lehrmeinungen, Zeitströmungen und Predigten der selbsternannten Bienenpäpste  in der Frage der Bienenhaltung ausgesetzt. Bei 3 Imkern gibt es meist 5 Meinungen! Allmählich sedimentierte sich praktikables Basiswissen ab, das für mein Frühtrachtgebiet hier in Berlin stets anwendbar ist. So imkere ich in der Tradition von Preuß/Kuntzsch.

Der größte Imker, der weitreichende Maßstäbe in der Bienenhaltung und vor allem in der Zucht setzte, die die oberste Klasse definieren, war Bruder Adam. Auch er beeinflusste mich nachhaltig, um so mehr, da er zeitlebens trotz seines Erfolges und Weltruhms bescheiden und zurückhaltend blieb.

 

Nach dem ich aufgehört hatte, meine Bienenbücher zu zählen und statt dessen in Meter-Bücherregal zu messen, legte die Facharbeiterprüfung Imker ab. Es ist erstaunlich, was ein Hobby bewirkt. Das ist inzwischen 30 Jahre her und auch die Zeit, wo ich mit 32 Bienenvölkern im Wanderwagen im Raps, in der Robinie und im Rotklee unterwegs war.  

 

(Wissensaneignung, ~abgabe, offen bleiben)