Max Kuntzsch, 1851 -1919, Nowawes bei Potsdam 

 

Max Kuntzsch

Sein Wahlspruch:  

"Wenig Arbeit viel Honig!"

Sein Ziel:  

" Die Imkerei muß ihren Mann ernähren!"

Seine Antwort:

"Der Wolfenbüttler Kuntzsch-Zwilling!" 

Ein interessanter Ansatz, der vor dem Hintergrund der Auseinandersetzung über die beste Bienenwohnung, die effektivste Betriebsweise bei geringstem Aufwand neu betrachtet werden sollte. Es scheint in der letzten Zeit in Mode gekommen zu sein, dass die alleinige und alles seeligmachende Bienenhaltung  nur noch in Magazinen möglich ist. Diese kopflastige Meinung zeigt Voreingenommenheit und wenig Praxisbezug und Erfahrung.

 

Der Wolfenbüttler Kuntzsch-Zwilling (WKZ) war (ist) unter den Hinterbehandlungs-beuten der Mercedes seiner Klasse. Zu unrecht ist er heute  in Vergessenheit geraten. Er wurde bis 1971 von der Fa. Bienen-Thie, Neustadt/Orla vertrieben, danach wurde durch Normung die Produktion eingestellt. Der Preis belief sich auf  165,50 M, was für damalige Verhältnisse eben der Mercedes war.

 

WKZ

Kuntzsch entwickelte gemäß seinem Wahlspruch eine Universalbeute, die neben der Bienenhaltung und Honigernte auch gleichzeitg ohne großen Aufwand  die Königinnenerneuerung in ein- und derselben Einheit zulässt. Er selbst betreute mit seinem WKZ 100 Bienenvölker, die ihm im Alter ein Einkommen "mit hohen Erträgen, eine Seelenruhe bereiteten, daß ich das Imkern eine Erholung, ein Vergnügen nennen darf." Was will man als Imker eigentlich mehr? Die Aktualität ist damit gesetzt.  

 

In der Beute werden 2 Völker untergebracht, die oben im Honigraum überwintern.  

Wolfenbüttler Kuntzschwilling,

Die Völker wärmen sich gegenseitig. Für eine futtersparende Überwinterung ist damit konstruk-

tiv vorgesorgt. Die Frühjahrsentwicklung ist optimal. Oben ist Platz für 12 Waben im Warm-

bau und unten im Brutraum für 9 Waben im Kaltbau, aufgeteilt in einem 3er- und 6er-Raum. Die Raumgestaltung unten ist durch Trennschie-

de sehr flexibel möglich, so dass über den ursprünglichen Brutraum eines Volkes hinweg bis zu 3 Völker mit 6 Waben und 2 Honigräumen beherbergt werden können. Durch diese flexible Gestaltungsmöglichkeiten sind eine Vielzahl von Betriebs-weisen, einschließlich der Königinnenaufzucht ohne Schwächung der Ertragskraft möglich.

 

Manch einem erschien diese Vielfalt komplex, so dass er den WKZ darauf hin ablehnte. Für mich, der mit ihn inzwischen seit über 45 Jahre imkert, hat er etwas Geniales. In dieser Zeit konnte ich viel ausprobieren und lernen und mich schnell auf die wechselnden Gegebenheit des Wetters und der Trachten einstellen. Ich habe dadurch einen sehr intensiven Einblick in die inneren Zusammenhänge des Bienenvolkes haben können und viel darüber gelernt. 

 

Prominente  Imker des WKZ's waren übrigens der Schriftsteller Hans Fallada und der Boxer Max Schmeling. Es gäbe noch viel zu breichten. Vielleicht sollte ich mal über den 'Wolfenbüttler' eine größere Abhandlung schreiben - er hätte es verdient!